Erste Pflanzung der Gemüse Ackerdemie


An der Grundschule Adlkofen wird geackert

 

Der Frühling ist da, die Blumen sprießen und die Grundschule Adlkofen startet in ihr erstes Ackerjahr. Auch wenn wegen des Coronavirus nicht alles laufen kann wie geplant, so haben Schulleiter Andreas Mirtl und die Verantwortlichen der „GemüseAckerdemie“ dennoch beschlossen, den Schulgarten für die kommende Ackersaison vorzubereiten.

Seit diesem Schuljahr ist die Grundschule Adlkofen Mitglied der „GemüseAckerdemie“. Im Rahmen dieses mehrjährig angelegten Bildungsprogramms säen, pflegen, ernten und essen die Kinder der Schulgarten AG ihr eigenes Gemüse. Dabei erleben sie, wo unsere Lebensmittel herkommen und wie diese wachsen, und lernen so spielerisch etwas über Natur, Landwirtschaft und gesundes Essen. Ziel des Programms ist es, das Bewusstsein der Kinder für gesunde Ernährung und eine natürliche Lebensmittelproduktion zu stärken und ihre Wertschätzung für Lebensmittel zu erhöhen.

„Eine Generation, die weiß, was sie isst” – so lautet die Vision des 2014 in Potsdam gegründeten gemeinnützigen Vereins „Ackerdemia“, der 2020 an über 500 Lernorten in Schulen und Kitas in Deutschland, Österreich und der Schweiz aktiv ist und dort 26.000 Kinder und Jugendliche auf den Acker schickt, um sie so für gesunde Ernährung und Nachhaltigkeit zu begeistern.

Die Schulschließungen aufgrund der Corona-Pandemie brachten das Projekt an der Grundschule Adlkofen erst einmal ins Wanken. Bis klar war: geackert wird trotzdem, denn die Kinder werden sich auch nach ihrer Rückkehr an die Schule freuen, in ihrem Garten viele neue Pflanzen wachsen zu sehen.

Und so finden die ersten Aktionen der „GemüseAckerdemie“ zunächst einmal ohne die Teilnahme der Schülerinnen und Schüler statt. Schon in den Osterferien war „AckerCoach“ Arnulf Koch vor Ort, um den neuen Gemüseacker anzulegen. Dort, wo bis vor Kurzem noch Frühlingsblumen blühten, sollen nun bis in den Herbst hinein 20 verschiedene Gemüsesorten wachsen. Beim ersten Pflanztermin am Donnerstag gingen die Lehrerinnen Verena König und Marion Pflügler selbst ans Werk und übernahmen die Aufgaben, die eigentlich die Jungen und Mädchen der Schulgarten AG selbst hätten ausführen dürfen. Unter Anleitung und mit Hilfe des „AckerCoaches“– und stets den gebotenen Mindestabstand einhaltend – traten sie zuerst breite Wege aus und bereiteten die Beete für die Pflanzung vor. Dann säten sie Kresse, Radieschen, Möhre und Schwarzwurzel, legten Kartoffeln und setzten zarte Jungpflanzen wie Rote Bete, Frühlingszwiebeln und Kohlrabi, aber auch weniger bekannte Arten wie Mangold und Palmkohl. „Uns ist es wichtig, dass die Kinder eine große Vielfalt an Gemüse kennenlernen und verschiedenste Geschmackseindrücke bekommen“, erklärt Arnulf Koch. Besonders Rote Bete begeistere die kleinen Gärtnerinnen und Gärtner mit ihrer leuchtenden Farbe und ihrem süßlichen Geschmack, wenn man sie früh ernte und roh esse, so Koch.

Damit die Adlkofener Grundschüler dennoch an der Arbeit auf dem Acker teilhaben und auch zu Hause zu Gemüseexperten werden können, gibt es Bilder und Erklärvideos von der Pflanzaktion. So erfahren sie, warum die Pflanzlöcher gut gewässert werden sollen, nicht mehr aber die Samen und die eingebauten Pflänzchen, warum Hacken und Jäten wichtiger ist als Gießen oder warum Palmkohl und Kohlrabi gute Nachbarn abgeben.

Bei der zweiten Pflanzung Ende Mai kommen dann Tomaten, Zucchini, Bohnen und Kürbisse auf die Beete. Dann sind – so hoffen Schulleiter, Ackerlehrerinnen und „AckerCoach“ – auch die Schulgarten-Kinder mit dabei, um ihre eigenen spannenden Gemüseerfahrungen zu sammeln.

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